Der Jongleur

Jongleur, (von lat. joculare, „scherzen“), Unterhaltungskünstler, der sich auf das Balancieren und die Geschicklichkeit beim Werfen und Fangen von Gegenständen wie Bällen, Tellern und Messern spezialisiert hat. Sein französisches Äquivalent, jongleur, bedeutet viel mehr als nur Jonglieren, obwohl einige der jongleurs sich dem Jonglieren zugewandt haben könnten, als ihre ursprüngliche Rolle aus der Mode kam. jonglieren war eine hochentwickelte Kunst lange vor dem Mittelalter, entsprechend den Beweisen, die in alten ägyptischen, griechischen und römischen Skulpturen, Münzen und Manuskripten gefunden wurden. Ein Vergleich mit diesen antiken Aufzeichnungen zeigt, dass die Jonglage zwar technisch perfektioniert wurde, die zugrunde liegenden Prinzipien aber immer noch dieselben sind. In einem frühen Manuskript wird zum Beispiel ein Bär gezeigt, der auf seinen Hinterbeinen steht und mit drei Messern jongliert. (Ein ähnliches Kunststück wird im modernen russischen Zirkus vorgeführt, wobei der Bär in einer kleinen Wiege liegt und mit seinen Hinterbeinen eine brennende Fackel jongliert).

Im 17. und 18. Jahrhundert fand der Jongleur seinen Lebensunterhalt auf den Jahrmärkten, aber erst im 19. Jahrhundert kamen Jongleure im Zirkus und im Varieté zu ihrem Recht. Diese neuen Bereiche boten ein einzigartiges Trainingsfeld für neue Talente und brachten schon bald so herausragende Künstler wie Severus Scheffer, Kara, Paul Cinquevalli und Enrico Rastelli hervor (der mit 10 Bällen jonglieren konnte, eine fast wundersame Leistung in der Jonglierwelt). Das Jonglieren mit einer großen Anzahl von Bällen ist nach wie vor eine beliebte Aktivität, ebenso wie eine Vielzahl von Spezialitäten, wie z.B. das Jonglieren mit verbundenen Augen, auf dem Pferderücken, auf einer Stange oder einem Hochseil, oder, wie von Rudy Horn, auf einem Einrad.

Das könnte Dich auch interessieren …